Inflation: Wie begegne ich der Geldentwertung?

Eine Inflation liegt immer dann vor, wenn das allgemeine Preisniveau dauerhaft steigt, die Produkte am Markt also teurer werden. Dabei werden bei der Berechnung Produkte und deren Preisentwicklung, die der durchschnittliche Verbraucher regelmäßig oder öfters konsumiert, wie zum Beispiel Nahrungsmittel oder Strom, stärker gewichtet. Andere für die Volkswirtschaft eher unwichtigere Güter wie Briefmarken oder spezielle Luxusartikel fallen dabei weniger ins Gewicht.

Wie wird der Preisanstieg berechnet?

Es werden zwar zunächst die tatsächlichen Preissteigerungen ermittelt. Bei Gütern, bei denen der technische Fortschritt zu Qualitätsverbesserungen oder Leistungssteigerungen führt, werden diese jedoch in ihrem Wert geschätzt und von der Preissteigerung abgezogen.

Diese Methode wurde nach der Euroeinführung benutzt, und hat die Aufgabe die Inflationen optisch geringer erscheinen zu lassen, als sie mit der früheren Berechnungsmethode gewesen wäre. Insgeheim spüren große Teile der Bevölkerung, dass hier was nicht stimmt.

Zum Jahresende 2021 erreichte die Preissteigerung in Deutschland mit über 5 % einen lange nicht mehr erreichten Höchstwert. Die europäische Zentralbank gibt sich bis jetzt gelassen und hält diesen enormen Anstieg nur für temporär. Sie nennt sogenannte Einmaleffekte wie die Erhöhung der MwSt., der plötzliche Anstieg des Ölpreises und die Lieferkettenengpässe für die auslösenden Faktoren. Viele von uns geschätzten Experten sehen das kritischer, und wir rechnen für die nächsten Jahre mit Raten von über 3 %.

Die umstrittene Finanzierung der hochverschuldeten Staaten der Währungsunion durch die EZB mit gedruckten Euros hat seit der Eurokrise einen Geldüberhang in Höhe von 4,9 Billionen Euro geschaffen. Das entspricht einer Versiebenfachung der Zentralbankgeldmenge. Uns erscheint es nicht realistisch diesen Überschuss wieder abzubauen, denn ein Verkauf der Anleihen am Kapitalmarkt kann realistisch betrachtet nicht funktionieren. Der Spielraum der EZB für Zinserhöhungen ist also begrenzt.

Was bedeutet die hohe Inflation für mich als Anleger?

Die größte Herausforderung für den Anleger bleibt der anhaltend negative Realzins. Der Realzins ist der Zinssatz, der die Wertänderung eines Vermögens unter Berücksichtigung der Inflation wiedergibt.

Die untenstehende Grafik zeigt, dass für uns negative Realzinsen für sichere Anlagen (hier die Renditen einer 10-jährigen Bundesanleihe) seit Jahren auf der Tagesordnung stehen.

Die risikoarmen Anlageformen – und hier liegt in Form von Rentenansprüchen, Bankkonten, Sichteinlagen und Anleihen ein Großteil des Vermögens der Deutschen – schaffen es nicht die Inflation auszugleichen. Seit schon fast 10 Jahren verlieren vor allem die Sparer Vermögen. Zuletzt wird dieser Effekt durch negative nominale Renditen (Stichwort Verwahrentgelt) noch einmal zusätzlich verschärft. Eine Zinswende, die uns wieder positive Realzinsen beschert, ist auf absehbare Zeit wenig wahrscheinlich.

Kein Grund zur Panik: Ein kluger Vermögensmix schützt vor Inflation

Es ist den wenigsten bewusst, dass wir in Teilbereichen der Wirtschaft schon in den letzten Jahren eine viel höhere Inflation sahen, nämlich bei den Vermögenswerten.

Die Preise für Sachwerte in Form von Immobilien, Rohstoffen und Firmenbeteiligungen sind zuletzt deutlich stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Untersuchungen der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch zu Folge sind zum Ende des dritten Quartals 2021 die Preise für das Vermögen, das sich im Besitz privater deutscher Haushalte befindet, um +12,1 % im Vergleich zum Vorjahresquartal angestiegen. Der Vermögenspreisindex errechnet sich aus Preisen für Sachvermögen (u.a. Immobilien, Betriebsvermögen, langlebige Verbrauchsgüter) und Finanzvermögen (u.a. Spareinlagen, Aktien, Anleihen).

Seit 2017 liegt die Vermögenspreisinflation deutlich über der Steigerung der Verbraucherpreise. Somit hat ein kluger Vermögensmix in den letzten Jahren die Inflation gut in Schach gehalten. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern: Sachwerte schützen langfristig vor Inflation.

So kann man gezielt in Aktien von Unternehmen investieren, die von der Konjunkturentwicklung und den Preissteigerungen profitieren, indem sie die höheren Preise an die Verbraucher weitergeben können. Wer Aktien von Ölgesellschaften im Depot hat kann die Verteuerung von Heizöl und Benzin viel gelassener betrachten. Rohstoffe und Immobilien waren in der Vergangenheit ebenfalls sehr gut geeignet, um der Inflation ein Schnippchen zu schlagen.

Anleger sollten allerdings aufpassen, durch eine Konzentration auf diese Vermögensklassen das Risiko im eignen Portfolio zu erhöhen. Auch wenn Anleihen keine so attraktiven Renditen abwerfen wie früher, sollten gerade risikoscheue sowie mittel- und kurzfristig orientierte Anleger diese nicht aus ihren Portfolios verbannen. Denn die Volatilität der oben genannten Anlageklassen (Aktien, Rohstoffe und Immobilien) ist um ein Vielfaches höher. Investoren, die sich auf diese Anlagen konzentrieren, müssen auch mit großen Einschnitten rechnen.

Besonders wichtig bleibt, ein breit diversifiziertes Portfolio aufzubauen, das einer langfristigen Strategie folgt und zur Lebenssituation des Anlegers passt. Genau hier sehen wir unsere Kernkompetenzen, und können auf ein halbes Jahrhundert Erfahrungen zurückgreifen.

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