Ruhestandsplanung – wir unterstützen Sie!

Ruhestandsplanung: Ziele und Vorstellungen für die Lebensweise im Alter sind wichtiger als sämtliche Vorsorgelücken oder Durchschnittswerte!

Früher schien vieles besser. Auch wenn die Wahrheit im Rückblick gerne ein wenig verklärt wird, früher schien es tatsächlich möglich zu sein, sich in der Zeit der Erwerbstätigkeit durch Fleiß ein Eigenheim und zudem ein ausreichendes Auskommen im Alter zu sichern.

In Anbetracht des seit Jahren immer weiter sinkenden Rentenniveaus sinkt die Muße, sich mit der eigenen Ruhestandsplanung auseinander zu setzen. Anstatt sich auf den eigenen Lebensabend nach der Zeit der Erwerbstätigkeit zu freuen, verbinden viele den Ruhestand mit (Geld-) Sorgen. Klar, dass das Thema somit gerne vor sich hergeschoben wird.

Packen wir es an. Wer sich realistische Rentenziele setzt, empfindet ein Gefühl von Kontrolle und Erreichbarkeit. Für wen Resignation keine Option ist, gibt es im Folgenden Anregungen, um für Vorsorge zu ermutigen.

Wie schätze ich meinen Liquiditätsbedarf im Alter ein?

Rentnersein lässt sich freilich schwer üben. Über Geld wird ungern gesprochen und die wenigsten führen ein Haushaltsbuch. Die meisten Erwerbstätigen haben daher wenig Vorstellung über das Budget eines Ruheständlers. Dabei ist für die Planung der eigenen Liquidität im Alter elementar wichtig, sich mit dem Konsumbedarf nach dem aktiven Berufsleben auseinander zu setzen.
Es braucht also Anhaltspunkte: Wie hoch wird mein monatlicher Bedarf sein? Und wie alt werde ich?

Von den heute lebenden Generationen wird jeder Dritte bis Vierte mindestens 90 Jahre alt. Dem letzten Rentenversicherungsbericht zufolge erreichen Senioren-Ehepaare in Deutschland im Durchschnitt ein monatliches Netto-Gesamteinkommen von 2.907 Euro, alleinstehende Seniorinnen 1.607 Euro und Senioren 1.816 Euro. Minirenten drücken den Durchschnitt. Derzeit sind 3 % der über 65-Jährigen auf Grundsicherung angewiesen.

Zukünftige Rentner werden mit deutlich weniger auskommen müssen. Einziger Trost: das Wissen um die Notwendigkeit der Vorsorge und die Zeit, diese umzusetzen.

Die Theorie der (individuellen) Rentenlücke – eine Faustformel hat sich bewährt.

Die Rentenlücke bzw. Versorgungslücke kann als Differenz zwischen dem letzten Gehalt, das als Erwerbstätiger verdient wurde und dem Geld, das man aus der gesetzlichen Rente bezieht, interpretiert werden.

In diesem Kontext werden gerne Pauschalen (aktuell bspw. 43 % – Untergrenze des Netto-Rentenniveau vor Steuern im Jahr 2030) des letzten Nettoeinkommens angesetzt. Der Prozentsatz leitet sich ab vom sogenannten Eckrentner, der 45 Jahre den Durchschnittslohn verdient und anschließend mit genau 45 angesammelten Entgeltpunkten in Rente geht. Soweit die Theorie.

Das Rentenniveau mag zwar als Vergleichsgröße für politische Debatten taugen, über die individuelle Rentenhöhe gibt es jedoch wenig Aufschluss. Hilfreicher ist da die Frage, wie hoch die Rente im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf ist. Ein Beispiel:

Breiten Konsens findet die Annahme, dass sich mit Rentenbezügen in Höhe von 80 % des letzten Nettoeinkommens der Lebensstandard halten lässt. Die Grundidee liegt in der Lebenszyklushypothese, wonach Menschen danach streben, über ihre Lebenszeit hinweg ihren Konsum zu glätten. Dies geschieht, indem Erwerbstätige auf einen Teil ihres Einkommens zugunsten der Vorsorge verzichten, um das Konsumniveau im Alter halten zu können. Darin eingepreist ist ein Abschlag von 20 %. Zudem entfallen mit Rentenbeginn berufsbezogene Konsumausgaben, Beiträge zur Altersvorsorge und risikoabsichernden Policen sowie Finanzierungsraten für das Eigenheim.

Des Weiteren wird das zusätzliche Zeitbudget im Rentenalter oftmals produktiv genutzt. Dies beispielsweise für die Suche nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten und/oder die Eigenproduktion zuvor eingekaufter Dienstleistungen: es wird vermehrt gekocht, geputzt, repariert und gemäht.

So uncharmant es auch klingt, da die Menschen immer älter werden steigt das Risiko, seine Ersparnisse zu überleben. Eine Möglichkeit: Dieses Langlebigkeitsrisiko auf eine Versicherung übertragen, die eine lebenslange Leibrente zahlt. Die Krux: In die Risikokalkulation sind Puffer eingerechnet. Rentenempfänger erhalten nach weit über 20 Jahren ihre eingezahlten Beiträge zurück. Bei kurzer Lebensdauer führt das zu einer geringen Rentensumme – der Preis der Sicherheit oder der Wetteinsatz auf ein überdurchschnittlich langes Leben. Für eine Leibrente in Höhe von 1.000 Euro monatlich ist heute ein Kapital von etwa 400.000 Euro erforderlich. Ein Mitte 30-Jähriger müsste bei einer jährlichen Verzinsung von 4 % in der Beitragsphase monatlich fast 600 Euro aufbringen.

Dynamischer Konsum im Ruhestand: Rentner ist nicht gleich Rentner – die Ausgaben sind über den Ruhestand nicht konstant!

Entgegen der oben erwähnten Lebenszyklushypothese verläuft der individuelle Konsumverlauf über das gesamte Leben hinweg selten glatt. Verhalten und Konsumstruktur verändern sich besonders im Alter. Es wäre vermessen einen 65-Jährigen dynamischen Weltenbummler und einen Hochbetagten in dieselbe „Rentner“-Schublade zu stecken. Gewöhnlich steigt der Konsum mit Erwerbseintritt bis zum Renteneintritt, um dann wieder zu sinken, im höheren Alter oft unter das 80 %-Niveau. Jungrentner konsumieren häufig kräftig bis Mitte 70. Viele empfinden die ersten Jahre nach dem Arbeitsleben als aktivsten Lebensabschnitt. Der Dekade folgen ruhigere Phasen, auch weil Senioren über die Zeit aufgrund gesundheitlich bedingter Mobilitätsbeschränkungen oftmals sesshafter werden.

Geld scheint im Laufe des Lebens an Bedeutung zu verlieren. Während in der Erwerbsphase der materielle Lebensstandard für die Lebenszufriedenheit oft hoch relevant ist, sind es im höheren Alter häufig Gesundheit und Freizeitgestaltung. Tendenziell steigt der Anteil an Konsumausgaben für Gesundheitspflege sowie Unterhaltungsgüter, die den Freizeitkonsum zu Hause erhöhen, während die Anteile für Genuss, Freizeit, Mobilität, Bekleidung und Innenausstattung sinken. Die Kosten für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Energie und Lebensmittel bleiben stabil auf hohem Niveau -Einsparungen sind hier deutlich schwieriger zu erzielen.

Die Inflation ist in der langen Rentenphase ein nicht zu unterschätzender Faktor. Folgt man der Annahme, dass sich der Konsum im Alter sukzessive reduziert, könnte dies einen moderaten Kaufkraftverlust zumindest teilweise kompensieren, so dass der Gesamtkonsum nominal annähern gleichbleibt.

Formel für einen entspannten Ruhestand: Grundbedürfnisse über Leibrente absichern, Spaß haben über einen „Entsparplan“.

Reicht das Vorsorgebudget für eine lebenslange Rente in gewünschter Höhe nicht aus, empfiehlt sich ein Haushaltsplan mit Augenmerk auf die Ausgaben für die lebenslang bestehenden Grundbedürfnisse. Wenigstes dieser Teil, der von gesetzlicher und betrieblicher Rente sowie weiteren dauerhaft garantieren Einnahmen nicht gedeckt ist, sollte über eine zusätzliche lebenslang garantierte Rente finanziert werden. Die Auszahlung in Form einer monatlichen Verrentung wirkt auch der Versuchung entgegen, Kapital für größere, nicht zwingend notwendige Anschaffungen zu verwenden.

Für den über die Grundbedürfnisse hinaus gehenden Anteil bietet sich eine sogenannte „Entsparung“ des über die Zeit angesparten Vermögens an, dies am besten gebündelt in einem breit gestreuten und flexiblen Fondsportfolio. Dabei bietet sich ein Zeitraum an, der mindestens der voraussichtlichen Dauer der aktiven Ruhestandsphase, besser noch der Lebenserwartung entspricht.
Für eine 18-jährige Zeitrente von monatlich 1.000 Euro bei einer Verzinsung von 1,5 Prozent ist ein Verrentungskapital von knapp 190.000 Euro erforderlich. Ein Mitte 30-Jähriger müsste bei einer jährlichen Verzinsung von vier Prozent in der Beitragsphase noch nicht einmal 280 Euro monatlich sparen. Ein realistisches Ziel!

Kompromisse: Die eigene Vorstellung des Lebens im Ruhestand ist meist entscheidender als sämtliche Rentenlücken oder -quoten!

Reicht das verfügbare Einkommen nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen, sind Kompromisse zu finden. Zum einen können Konsumeinschränkungen auf die Erwerbs- und Rentenphase verteilt werden. So ungern über diesen Verzicht nachgedacht wird, so groß ist aber seine Wirkung – Abstriche bei der Lage der Ferienwohnung, der Ausstattung des Autos oder dem Luxuslevel der Urlaube helfen Gelder für notwendige und zukünftige Ausgaben zu bewahren. Zum anderen hilft die Investition in chancenreiche Anlagen bei Inkaufnahme von Risiken und stärkerer Volatilität. So erzielten Aktien(-fonds) in der Vergangenheit eine um etwa drei Prozent höhere Rendite als sichere Anleihen. Bei einer Fortführung dieser Überrendite genügt zum Erreichen desselben Zielbetrags bei einer 30-jährigen Ansparzeit ein um etwa 40 Prozent niedrigerer Sparbetrag.

Lassen Sie uns beginnen! Gerne möchten wir Sie unterstützen und bieten Ihnen unsere langjährige Erfahrung und Einschätzung zu diesem wichtigen Thema an. Lassen Sie uns zu Ihrer persönlichen Vermögensituation sprechen und eine passende Lösung finden. Rufen Sie uns einfach an!

[Dieser Artikel wurde maßgeblich inspiriert durch den am 23.03.2022 auf www.finanzwelt.de erschienen Artikel „Ruhestandsplanung“ von Ramesh Bhargava.]

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