Was bringt 2022?

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Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Zum Jahreswechsel herrscht an den Finanzmärkten verhaltene Zuversicht für die nähere Zukunft. Bestimmend bleiben Themen wie Corona, Inflation, Zinspolitik, Stagflation, Staatsdefizite sowie Risiken auf geopolitischer Ebene.

Inflation: Basiseffekte und Kernrate

Die Preisinflation erreicht derzeit die höchsten Niveaus seit Jahrzehnten – und fällt höher aus als prognostiziert. Im Euro-Raum betrug der Anstieg der Verbraucherpreise im letzten Monat 4,9 % und in den USA 6,2 % im Jahresvergleich.

Die derzeitigen Lieferengpässe werden laut Expertenmeinung noch bis in das 2. Halbjahr 2022 Inflationsakzente setzen. Eine wichtige Größe stellen die Rohstoffpreise dar (u.a. fossile Brennstoffträger). Der im Vorjahr stattgefundene Einbruch dieser Preise durch die Corona-Pandemie verstärkt die Basiseffekte.
Im Jahr 2022 entfallen solche Basiseffekte mit hoher Wahrscheinlichkeit und dürften die inflationäre Gesamtsituation damit entspannen. Ob der aktuelle Rückgang der Rohstoffpreise zusätzlich eine dauerhafte Entspannungsindikation darstellt, ist derzeit noch ungewiss.

Staatsdefizite: Bruttoschulden/ Schuldentragfähigkeit

Im Zuge der Corona-Krise sind die Staatsdefizite deutlich gestiegen. Entscheidender jedoch ist die Schuldentragfähigkeit. Diese hat sich nicht verschlechtert, da die Zinsniveaus niedrig sind.

Japans gute Bonität trotz Bruttoschulden in Höhe von circa 240% des BIP belegt, dass nicht die Bruttoschulden, sondern die  Schuldentragfähigkeit die entscheidende Größe ist. Staatsdefizite sind mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 7 – 8 Jahren finanziert. Alte Schulden mit höheren Zinsen wurden und werden mit Neuemissionen mit niedrigerem Zins refinanziert. Neuschulden werden mit Niedrigzins aufgenommen. Die Schuldentragfähigkeit erlaubt trotz hoher Bruttoschulden die Umsetzung der geplanten Wirtschaftsprogramme.
Auf Sicht der kommenden 12 – 18 Monate ergibt sich aus der Entwicklung der Staatsdefizite mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Krisenpotential für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte.

Geopolitische Risiken

Die geopolitischen Risiken bleiben 2022 und darüber hinaus erhalten. Ein heißer Krieg steht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf der Agenda. Dafür sind die internationalen Abhängigkeiten (u.a. bezogen auf elementare Rohstoffe) von Russland und China zu ausgeprägt. Auch ist das Niveau der Wehrtechnik sowohl in Russland als auch in China auf einem Plateau, das für den Westen zu viele Risiken mit sich brächte.

Die Machtauseinandersetzungen werden sich jedoch fortsetzen und schränken damit ökonomische Potenziale ein. Bei Entspannung sollen sich weltweit durch Multiplikatoreffekte deutlich erhöhte Wachstums- und Wohlstandschancen bieten.

Wirtschaft und Märkte 2022

Die positive Grundtendenz sollte in der Weltwirtschaft anhalten. So erwartet der IWF 2022 ein globales Wachstum in Höhe von 4,9 %. Das BIP der USA soll um 4,9 %, das des Euro-Raums um 4,3 % und das Chinas um 5,7 % steigen.

Die global aufgesetzten und noch nicht umgesetzten Wirtschaftsprogramme bieten über 2022 hinaus positive Wachstumsperspektiven für die Weltwirtschaft und die globalen Aktienmärkte, denn diese Programme müssen durch Unternehmen umgesetzt werden.

Auch die politischen Maßnahmen, die global verfügt werden, um Klimaschutzziele zu erreichen, zwingen Unternehmen in Neuinvestitionen, die weitere Wachstumsimpulse liefern werden. Neben den zu erwartenden positiven Impulsen aus dem Investitionssektor ergeben sich durch absehbar starke Arbeitsmärkte Lohnsummeneffekte, die auf den internationalen Konsum positiv durchwirken.

Die zuvor dargestellten Risiken sind im kommenden Jahr geeignet, der globalen Wirtschaft zeitlich begrenzt Dellen zuzufügen und Märkte in zeitlich begrenzte Korrekturen zu zwingen. Der positive Grundtenor für Ökonomie und Aktienmärkte bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten.

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